Die Donau?

Lange hatten wir diese Donau-Session geplant, nachdem wir letztes Jahr bei einer spontanen Kurzsession schon unverhofft erfolgreich gewesen waren. Wir versuchten, das Takle zu minimieren, so dass wir dieses komplett in einem Boot unterbringen konnten. Wir mussten, um an unsere favorisierte Stelle zu kommen, zwei Kilometer mit dem Boot flussabwärts paddeln. Anders ist die Stelle nicht zu erreichen. Mit viel Hoffnung und noch mehr Futter starteten wir so in Richtung der auserwählten Spots. Eine große Insel und Flachwasserzonen machten diesen Spot so richtig interessant. Das Wasser der Donau hatte 17,6 °C, so dass wir die Befürchtung, die Fische könnten schon laichen, schnell begraben konnten.

Nachdem wir die Ruten ausgelegt und mit einer Mischung aus fischigen Boilies, Pellets, Frolic und Partikel großzügig angefüttert hatten, richteten wir auch an Land unseren Platz her. Schon beim Aufbau merkten wir, dass uns der Heuschnupfen sehr zu schaffen machte. Die Gräser blühten in voller Pracht und auch unsere Tabletten wirkten kaum. Entzündete Augen, laufende Nase und ein nerviger Reizhusten bei Flo, machten das ausharren schier unerträglich. So retteten wir uns durch eine sehr unangenehme Nacht und sehnten den nächsten Morgen herbei. Zudem verlief die Nacht ohne Aktivitäten, so dass wir am nächsten Morgen schnell entschlossen, die Session abzubrechen und auf ein naheliegendes, ca. 3 ha großes Gewässer umzusiedeln.

Der alte Baggersee beinhaltet einige sehr schöne, alte Fische, die allesamt durch ihre dunkle Färbung und schöne Schuppenmuster auffallen. Da das Wasser hier schon 21,5 °C hatte, hofften wir, dass die Fische noch nicht abgelaicht hatten. Wir fischten hier sehr ufernah und dieses Mal auch Spots, die wir noch nie zuvor befischt hatten. Wir erhofften uns, dadurch vielleicht einen der recht selten und schwer zu fangenden Fische überlisten zu können. Außerdem hatten wir die leise Hoffnung, eventuell einen der recht wenigen, aber riesigen Graser zu erwischen. Ich fischte daher eine Rute mit aufgepoptem Mais, die andere mit einem gewöhnlichen Sinker. Flo fischte eine Rute mit weißem Pop-Up über einem Partikelteppich, die andere ebenfalls mit einem Sinker.

So saßen wir nach viel Arbeit durch Ab- und Umbau endlich auf unseren Stühlen und harrten den Dingen, die da kommen sollten. Nach wenigen Stunden verneigte sich plötzlich eine meiner Ruten und ich hatte Kontakt zum Fisch. Leider schlitzte dieser nach wenigen Minuten aus. Zumindest wussten wir nun, dass die Fische noch Nahrung aufnahmen. Wenig später meldete sich die von Flo extrem ufernah ausgelegte Rute mit dem weißen Pop-Up mit einem Dauerton. Er konnte den Fisch aus dem Kraut befreien und so lag der erste wunderschöne Spiegler aus dem Altbestand vor uns. Einige Zeit später lief auch meine Partikelrute ab und der erste Fisch landete auf meiner Matte. Die Stimmung war gelöst, allerdings machte uns auch hier der Heuschnupfen und eine hohe Anzahl von Zecken das Leben schwer. An richtige Entspannung war nicht zu denken.

Wir blieben noch lange wach, als sich gegen 23 Uhr wieder meine Partikelrute meldete. Nach kurzem Drill lag der vermutlich größte Fisch den Sees vor uns, eine wunderschöne Schuppi-Dame. Dem Bauchumfang zu Folge hatte Sie wohl kurz vor dem Fang abgelaicht. Wir freuten uns riesig über dieses Highlight und genossen den Moment. In dieser Nacht meldete sich die gleiche Rute noch einmal und ein schöner Wildkarpfen Machte Bekanntschaft mit unsere Abhakmatte. Gegen Morgen packten wir dann recht schnell zusammen, da wir mittlerweile vom Heuschnupfen sichtlich gezeichnet und ausgelaugt waren.

Insgesamt eine sehr heftige, kräftezehrende Session, die aber glücklicherweise doch noch mit wunderschönen Fischen belohnt wurde. Die Donau-Session werden wir auf jeden Fall nachholen, allerdings im Herbst, wenn sich die Pollen hoffentlich verflüchtigt haben werden.

Dominic